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Ein Gesicht auf Stoff

Aus der endlosen Dunkelheit flackerte kurz das Gesicht eines mysteriösen Mannes auf. Man hatte es nur unvollständig sehen können. Und so schnell, wie es aufgetaucht war, so war es wieder verschwunden…

Irgendwann hatte ich im Internet von Stofffarben gelesen, die speziell für den Siebdruck und den Hochdruck, vor allem im Hobbybereich, entwickelt worden waren. Da mich der Hochdruck ja schon immer begeistert hatte, wollte ich ihn unbedingt auch mal auf Stoff ausprobieren. Stempelkissen mit Farben, die auch für Textilien geeignet waren, hatten mich nicht wirklich überzeugt. An anderer Stelle hatte ich gelesen, dass man auch mit ganz normalen Stoffmalfarben und Gummistempeln Stoff bedrucken konnte. Man musste die Farbe nur mit einem Schwamm auftragen.

Ich besorgte mir Stoffmalfarbe in einem Geschäft und bestellte mir die spezielle Farbe zum Drucken. Dann beschloss ich aber, erst einen Linolschnitt mit meinem Motiv anzufertigen und ihn auf Papier zu drucken, um zu sehen, ob er mir auch wirklich gefällt. Hierfür zeichnete ich erst einen Entwurf mit Bleistift auf Papier:

Als ich mit ihm zufrieden war, übertrug ich ihn auf die Linoleumplatte, indem ich ihn mit der Oberseite nach unten auf die Platte legte und anschließend mit dem Fingernagel über das Papier rieb. Die Linien malte ich dann nochmal mit dem Bleistift nach. Dann schnitt ich das Motiv mit meinen Linolschnittmessern aus.

Für den Druck rollte ich die Platte mit blauer Linoldruckfarbe dünn ein, legte ein weißes Blatt Papier darauf und strich mit dem Falzbein mehrmals kräftig darüber. Anschließend zog ich das Blatt vorsichtig ab. Den Druckvorgang wiederholte ich mehrmals. Hier habe ich einen der besten Drucke fotografiert:

Da mir das Motiv sehr gut gefiel, wollte ich es nun auch auf Stoff drucken. Ich nahm besorgte mir also eine Platte aus Stempelgummi und schnitt das gleiche Motiv hinein. Hierzu verwendete ich ebenfalls meine Linolschnittmesser. Wahrscheinlich hätte man für den Druck auf Stoff auch die Linoleumplatte nehmen können, doch in den Artikeln, die ich gelesen hatte, verwendeten die Leute Platten aus Gummimaterialien.

Ich habe die fertige Gummiplatte mal fotografiert:

Bevor ich mich aber an meine T-Shirts wagte, bedruckte ich zuerst eine alte Baumwolltasche, die zu diesem Zweck erst einmal in der Waschmaschine wusch. Nach dem Trocknen und Bügeln konnte ich sie bedrucken. Zuerst probierte ich beide Farben einzeln nacheinander aus. Hierfür trug ich die Farbe jeweils mit einem Haushaltsschwamm auf und drückte die Platte fest auf den Stoff. Mit Druck strich ich mehrmals über die Rückseite der Platte. Die Ergebnisse sind auf folgenden Fotos zu sehen:

Um die Farben auf dem Stoff zu fixieren, musste ich jeweils nach dem Trocknen über das Motiv bügeln, mit einem Baumwolltuch dazwischen.

Da mir die weißen Stellen im Motiv nicht ganz so gut gefielen, bei der Stoffmalfarbe sind mehr zu sehen als bei der speziellen Druckfarbe, vielleicht hätte ich aber auch nur mehr Farbe auftragen müssen, wollte ich nun einen zweifarbigen Druck ausprobieren. Hierfür bastelte ich mir eine Schablone aus stabiler Pappe in der Größe des Motivs und trug mit ihrer Hilfe jeweils ein Rechteck einer Farbe mit dem Pinsel auf den Stoff auf. Nun ließ ich die Farbe trocknen und fixierte sie mit dem Bügeleisen. Anschließend druckte ich das Motiv mit der jeweiligen anderen Farbe darüber. Die Farbe ließ ich wiederum trocknen, und fixierte sie.

Auf dem Bild ganz oben ist die eine Farbvariante zu sehen, hier die andere:

An den Stellen, an denen weniger Farbe auf der Druckplatte war, schaut nun die Hintergrundfarbe hervor und nicht das Weiß des Stoffes, was mir wesentlich besser gefällt. Die zweifarbigen Drucke probierte ich auch erst auf der Stofftasche, auf den Fotos sind die Drucke auf den T-Shirts zu sehen.

Das Motiv ist etwa 12,5 cm hoch und etwa 9,5 cm breit.

Da ich schon immer gerne meine T-Shirts selbst gestaltet habe, bin ich glücklich darüber, jetzt eine Methode gefunden zu heben, mit der das wirklich gut funktioniert. Zudem hat mir der Linoldruck auch immer schon gut gefallen, und jetzt kann ich beides miteinander kombinieren, also das T-Shirt-Gestalten und den Linoldruck. Bisher hatte ich überwiegend auf Papier gedruckt, wie meine Weihnachtskarte. Bei dem Druck auf den Stoff hat mir die spezielle Druckfarbe besser gefallen.

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