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Sitzender Drache

Ein kleiner Drache hatte erst vor wenigen Tagen das Fliegen gelernt. Jetzt war er seinen Eltern davongeflogen und wartete auf sie. Dabei hoffte er, dass sie bald kommen würden, da er langsam Hunger bekam…

Vor ein paar Jahren hatte ich mich intensiv mit der Stop-Motion-Technik beschäftigt und mir hierfür eine recht bewegliche Figur gebastelt. Diese Figur hatte innen ein Gerüst aus Aluminiumdraht und war aus einem sehr flexiblen Silikonkautschuk gegossen. Von dieser hellblauen Silikonmasse hatte ich noch einiges übrig, weshalb ich mir dachte, ich könnte sie ja auch mal für den Zweck hernehmen, für den sie da ist. Denn gedacht war sie für den Formenbau.

Da diese Masse weich und biegsam ist, überlegte ich mir eine Figur mit Hinterschneidungen, für die ich eine einteilige Form basteln wollte. Es sollte ein kleiner sitzender Drache mit winzigen Flügeln werden. Ich modellierte mir also eine Figur aus normaler Knetmasse und befestigte sie in der Mitte eines Kästchens, das ich mir aus festerem Karton gebastelt hatte. Anschließend füllte ich dieses Kästchen mit flüssigem Silikonkautschuk auf, der über Nacht fest wurde, dabei aber weich und flexibel blieb. Sie sah so aus:

Ich füllte in die fertige Form eine keramische Gießmasse, die ich mir aus einem Pulver und Wasser angerührt hatte. Nach etwa 30 Minuten konnte ich die Figur herausnehmen. Bis die Figur aber ganz fertig war, musste sie noch weitere 24 Stunden trocknen. Leider hatte der Drache hier und da ein paar Löcher, die von Luftblasen gebildet wurden, die sich bei mir nie vermeiden ließen, obwohl ich die Masse erst mit dem Pinsel verteilte, bevor ich die gesamte Form ausgoss. Mit der Zeit bekam ich aber heraus, dass man die Löcher mit neu angemischter Masse ausbessern konnte, solange die Figur noch sehr feucht war. Man musste die Löcher nur sofort ausbessern, dann verband sich die alte mit der neuen Masse.

Hier habe ich mal einen dieser Drachen von vorne und von der Seite fotografiert:

Einen weiteren Drachen habe ich mit meinen Acryllackfarben auf Wasserbasis angemalt:

Ich habe auch versucht, Drachen aus ofenhärtender Modelliermasse zu basteln, wobei mir das Ergebnis nicht ganz so gut gefiel, da die Form ja doch sehr weich war:

Irgendwann habe ich die Form leider mit einem Zahnstocher ruiniert. Es gelang mir nicht, die Form wieder zu reparieren. Also beschloss ich, ein völlig anderes Silikon auszuprobieren und mir eine neue Form herzustellen. Das Kästchen aus Karton hatte ich noch und als Modell sollte mir ein bereits gegossener Drache dienen. Das neue Silikon härtete schneller aus als das alte, und die Form war dementsprechend auch schneller fertig. Ich habe sie mal fotografiert:

Auch sie habe ich überwiegend mit keramischer Gießmasse ausgegossen. Da ich gelesen hatte, dass sie Hitze gut verträgt, habe ich sie auch mit ofenhärtender Modelliermasse gefüllt, sie anschließend wieder ein wenig in die ursprüngliche Form gebracht, so dass der Drache nicht breiter wird als vorgesehen, und die Form mitsamt Modelliermasse für zehn Minuten in den Ofen gesteckt anstatt für eine halbe Stunde. Als die Form soweit wieder abgekühlt war, drückte ich den schon fester gewordenen Drachen heraus, besserte hier und da sichtbare Risse aus und steckte ihn nochmal für etwa 30 Minuten in den Ofen. Mit diesem Ergebnis war ich dann recht zufrieden, denn der Drache konnte sich beim Herausdrücken aus der Form nicht mehr verformen:

Der Drache ist mit Ohren 1,7 cm hoch.

Die Form aus flexiblem Silikonkautschuk eignet sich gut für einteilige Formen für Figuren mit Hinterschneidungen und zum Ausgießen mit flüssigen Gießmassen. Für ofenhärtende Modelliermassen ist sie fast zu weich, da sie sich beim Hereindrücken der Masse etwas ausdehnt, hierbei muss man sie anschließend wieder in Form bringen. Außerdem verformt sich die Figur beim Herausdrücken etwas. Da die Form zum Glück höhere Temperaturen aushält, ist dieses Problem auch gelöst. Am besten ist es aber, sie tatsächlich mit flüssiger, keramischer Gießmasse auszugießen. Das war die erste Gießform dieser Art. Bislang hatte ich für dreidimensionale Figuren immer Formen mit mindestens zwei Teilen gebastelt, da ich auch härteren Silikonkautschuk verwendet habe, wie beispielsweise bei meinem Igel.

 

 

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